Psychologie

Misogynie

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Misogynie
Misogynie (zu griechisch μĩσος misos „Hass“, und gyne „Frau“) ist ein abstrakter Oberbegriff für soziokulturelle Einstellungsmuster der geringeren Relevanz bzw. Wertigkeit von Frauen oder der höheren Relevanz bzw. Wertigkeit von Männern. Sie wird sowohl von Männern als auch von Frauen selbst über die psychosoziale Entwicklung verinnerlicht (Sozialisation, Habitualisierung) und stellt die Erzeugungsgrundlage für den hierarchisierenden Geschlechtshabitus von Männlichkeit und Weiblichkeit dar. Sie ist damit die Basis hegemonialer Männlichkeit bzw. patriarchaler Beziehungsgefüge. Der binäre Spiegelbegriff lautet Misandrie für Männerhass. Misogynie gilt gesellschaftlich als „krankhaftes“, „abnormes Gefühl“, das den sozialen Normen bzw. Idealen widerspricht, aber zugleich tief in menschlichen Kulturen verankert ist. Aufgrund dieser fundamentalen Widersprüchlichkeit wird Misogynie gesellschaftlich und individuell meist verdeckt – etwa durch Leugnung, Tabuisierung, Höflichkeit oder sozial erwünschte Gleichheitsrhetorik. Dann bleibt sie individuell unbewusst und gesellschaftlich diffus. Die wissenschaftliche Erforschung von Misogynie begann in den 1950er Jahren. Misogynie ist eine auf Frauen gerichtete Form der Misanthropie. Mit der aufkommenden Frauenbewegung im 19. Jahrhundert wurde gesellschaftliche Misogynie zunehmend thematisiert und bekämpft, so dass im 20. Jahrhundert nun die Furcht und der Begriff der Misandrie aufkamen.

Kategorien: Psychologie

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